Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen
Ökumenischer Pilgerweg am 05. September 2025
„Prüft alles und behaltet das Gute!“
Diesen Rat gab der Apostel Paulus der von ihm gegründeten Christengemeinde in Thessaloniki in Griechenland. Aufgeschrieben hat er das im Jahr 52 unserer Zeitrechnung. Dieser Erste Thessalonicherbrief ist nach heutigem Forschungsstand das älteste erhaltene Schriftstück im Neuen Testament.
„Prüft alles und behaltet das Gute!“ ist für 2025 die Jahreslosung der Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen. Wie in den Vorjahren hat der Ökumenekreis der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde in Elsen diese Losung als thematischen Schwerpunkt für den Ökumenischen Pilgerweg übernommen. Er startete am 5. September wieder auf der Hofstelle Altrogge und führte die knapp dreißig Teilnehmenden über eine gut 2 km lange Strecke wieder dorthin zurück.
Was können wir heute mit dem Tipp des Apostels Paulus anfangen? Mit Sicherheit geht es nicht darum, alles erstmal auszuprobieren, um sich sozusagen nach Versuch und Irrtum für das Gute zu entscheiden. Es muss so etwas geben wie Kriterien, Auswahl- und Handlungsleitlinien. Welche das sein könnten und welche eher nicht – darüber haben wir an drei Wegstationen nachgedacht.
Als einfach erwies sich das nicht. Denn wie gehe ich um mit den verwirrend vielen, oft widersprüchlichen, Informationen? Hilft mir die Weisheit eines Sokrates, dem man nachsagt, er habe einmal „drei Siebe“ empfohlen, durch die man alles hindurchseihen solle, was man so hört oder selbst unter die Leute bringen möchte: Ist es wahr? Ist es gut/hilfreich? Ist es notwendig?
Überhaupt: Was ist denn gut? Gut aufs Ganze gesehen gut? So vieles, was auf den ersten Blick so belastend und schwer daherkommt, hat sich im Nachhinein als gut erwiesen, war für den Lebensweg eine wesentliche und richtige Weichenstellung. Oft genug kommt das Gegenteil vor, erweist sich ein verführerisch schönes Erlebnis als der Eingang zu einer Sackgasse. Was ist gut für mich? Für uns? Für unsere gemeinsame Zukunft?
Jesus gibt den Hinweis: „Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Dieses von ihm gemeinte Eintreten für andere – auch das ist in vielen Fällen nicht leicht sondern oft eher eine Belastung. Und doch: das ist es, was die Welt wirklich verändern kann, zum Guten hin verändern.
An jeder Station wurden die Überlegungen mit einem Lied abgeschlossen, von Kathrin Junge und Hiltrud Petzke mit Gitarre und Flöte begleitet. Angeregte Gespräche in geselliger Runde bildeten auf Altrogges Hof den Abschluss des Pilgerweges.
Theo Breul, Irene Glaschick,
Marietta Kunze, Stefan Striegl