Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. (Genesis 1, 31)

Diese Worte aus dem Alten Testament als Schlusszeile des Schöpfungs­be­richtes stehen auch als Motto für den Schöp­fungs­garten der Glaubensgemein­schaf­ten auf der diesjährigen Landes­garten­schau in Höxter. Sie wurde am 20. April eröff­net und lädt noch bis zum 15. Okto­ber zum Besuch ein.
Gottes Schöpfung als Geschenk anneh­men und sich dieses Geschenkes würdig erweisen so der Gedanke, der hinter der Gestaltung des Gartens steht. Aber ist es nicht inzwischen ganz anders gewor­den? Ist uns allen noch bewusst, wel­ches Geschenk wir mit der Schöpfung erhalten haben? Fühlen wir uns nicht oft eher belastet als beschenkt? Vieles ist eben nicht sehr gut in unserer Welt und die Probleme bestimmen die Sichtweise so vieler Menschen. Es ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, dass wir als Teil dieser Schöpfung uns immer wieder behaupten müssen. Viele der belastenden  Nach­richten zeigen, wie wenig wir jeweils als Lösung umsetzen können. Ohnmächtig stehen wir so oft den erschütternden Meldungen von Krieg, Hunger, Vertreibung, Flucht gegenüber. Und doch ist uns diese Schöpfung geschenkt. Gott hat uns Menschen einen Rahmen gegeben, den wir gestalten können. Es ist der freie Wille, der uns Menschen auch mitge­geben ist. Nicht wie Marionetten an Fäden in Gottes Hand müssen wir uns ergeben. Wir sollen sehen, wo wir in unserem jeweiligen Umfeld diese Schöpfung mitgestalten können. Das können auch ruhig ganz kleine Schritte sein: ein freundlicher Gruß, ein nettes Wort. Manchmal kann wenig so viel bewirken. Die Schöp­fungs­geschichte hat den Menschen zu allen Zeiten den guten Willen Gottes mit ihnen auf­gezeigt. Und auch wenn schon in den Anfängen sehr bald nicht alles sehr gut war, so hat die Geschichte von der Erschaffung der Welt immer auch den Blick nach vorn geweitet.
Ein kleiner Beitrag hierzu soll der Schöpfungsgarten auf der Landes­gar­ten­schau sein. Allein schon die Tat­sache, dass sieben Glaubensrichtun­gen und Organisationen an der Planung und Gestaltung beteiligt waren, ist so ein Zeichen der kleinen Schritte.
Der Schöpfungsgarten soll die Besucher der Landesgartenschau zum Verweilen und Nachdenken einladen. Ein Weg als „rotes Band“ führt sie durch die Gärten der Elemente „Erde – Feuer – Wasser – Luft“ bis hin zu einem begehbaren Laby­rinth, das auch als Veranstaltungs­fläche für Gottesdienste, Konzerte, Lesungen, Meditationen und vieles mehr genutzt werden kann. Symbolisch steht das Labyrinth für den Lebensweg mit vielen Windungen, der schließlich in die Mitte führt.
Wir glauben, dass diese Mitte für uns durch Gottes guten Geist geprägt ist und dass wir im Glauben an diesen guten Geist vieles doch noch sehr gut werden lassen können. In diesem Sinne machen sie sich auf nach Höxter. Nicht nur der Schöpfungsgarten lohnt die Reise.

Karl-Heinz Bartsch