Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

Liebe Gemeinde,
künstlerisch war und bin ich nicht sonderlich begabt. In meiner Kindheit malte ich häufiger mal Landschaften. Ein DIN A4 Blatt im Querformat, oben der Himmel in blau, eine runde Sonne, wahlweise malte ich auch nur einen Teil der Sonne links oder rechts oben in die Ecke, mit Strahlen und manchmal auch einem lachenden Gesicht. Um sicher zu stellen, dass man den Himmel als Himmel erkennt, fügte ich hier und da eine Schönwetterwolke hinzu.
Als Kind kam ich nie auf die Idee, einen grauen, wolkenverhangenen Him­mel zu malen. Der Himmel musste blau und strahlend sein.
Wahrscheinlich kennen Sie dieses Genre der Landschaften mit Himmel und Sonne aus Ihrer eigenen Kindheit oder von den Bildern, die Ihre Kinder und Enkel malen.
Der Himmel fasziniert uns, egal ob wir Kinder oder Erwachsene sind: Der strahlend blaue Himmel im Sommer, die sternklare Nacht, aber auch das mächtige Sommergewitter.
In Psalm 19 heißt es: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ Die Feste, also unsere Erde, können wir grei­fen und begreifen. Der Himmel bleibt trotz allem Wissen, das wir haben, etwas – im wahrsten Sinne des Wortes – „Unbegreifliches“. Auch wenn wir wissen, dass Gott nicht da oben auf einer Wolke schwebt und auf uns herabschaut, so bleibt der Himmel doch irgendwie ein Ort, wo viele Gott vermuten. Irgendwo in dieser Unend­lichkeit, fern und uns doch so nah.
Sicherlich kennen Sie die Redewen­dung „Das ist der Himmel auf Erden!“ Wenn etwas schön ist, wenn uns etwas gut tut, wenn wir uns wie im Paradies fühlen, dann ist das „der Himmel auf Erden“. Diese Redewendung nutzt man meist nicht, um eine Aussage über Gott zu treffen. Trotzdem hat es etwas Theologisches, sagt etwas über Gott und den Himmel aus: Er ist da, bei uns und in unserem Leben, wenn wir uns freuen, uns Schönes begegnet und wir „den Himmel auf Erden“ erleben. Er ist da, wenn wir trauern, uns ärgern oder mutlos sind. „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“
Der Frühling naht. Schon bald können wir wieder den strahlend blauen Himmel und die Sonne genießen und bestaunen und uns etwas von der Ehre Gottes erzählen lassen.
Wenn ich heute ein Landschaftsbild malen würde, sähe es immer noch so aus, als wäre ich ein Kind. Ich bin kein sonderlich begabter Maler, aber mein schlecht gemalter Himmel würde trotzdem ausstrahlen, dass genau dieser Himmel von der Ehre Gottes erzählt, mit lachender Sonne und Schön­wetter­wolken. Und im DIN A4 Querformat ist der gemalte Himmel auch gar nicht so fern von der Erde.
Wie sieht Ihr Himmel aus?

Gott befohlen
        Ihr und euer
               Pfr. Dominic Faisca Martins