Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen

Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben

und es in Fülle haben. (Joh 10,10; Monatslosung August 2026)

Leben haben und das auch noch in Fülle. Für mich klingt es ziemlich viel­versprechend, was uns der Monats­spruch für den August zusagt. Aber was bedeutet es eigentlich, ein Leben in Fülle zu haben? Ich vermute, jede und jeder von uns hat da eine andere Vorstellung. Vielleicht denken Sie an ein intensives Leben voller Highlights, die nicht in täglicher Routine unter­gehen? An ein Leben voller Glücks­momente, an abgesichert sein und sich keine Sorgen machen müssen?
Mir ist zuallererst das schlesische Volkslied „Vom Schlaraffenland“ in den Sinn gekommen. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben beschreibt in dem Lied ein Leben im Überfluss: Milch und Honig in Bächen, Wein, der aus Felsen quillt, Straßen aus Zuckertorten, Bonbons, Marzipan und vieles mehr.
Ich bin mir ziemlich sicher: Das hat Jesus nicht gemeint, als er das Leben in Fülle versprochen hat. Schauen wir doch mal, in welchem Zusammenhang das Leben in Fülle zugesagt wird. Jesus beschreibt in Johannes 10 das Leben, das er als der gute Hirte ermöglicht. Die folgenden Verse machen das deutlich:

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.

Das was er gibt – nämlich das Leben in Fülle – steht im Kontrast zu dem, was der Dieb macht. Bei ihm, dem guten Hirten, bedeutet das Leben in Fülle: Ein Leben in Geborgenheit und im Vertrauen auf ihn. Das Wissen, dass jeder Tag gehalten ist, weil der gute Hirte für seine Schafe sorgt. Ein Leben in Fülle, das befreit ist von der Sorge, immer und überall etwas verpassen zu können.
Dieses Leben in Fülle gibt mir den Mut, nicht immer um mich selbst zu kreisen, nicht ständig an Fehler der Vergangenheit zurückzudenken. Ich kann meine Tage und Jahre voller Vertrauen dem guten Hirten Jesus Christus überlassen.
Um uns dieses befreite Leben in Fülle zu bringen, ist Jesus Christus in die Welt gekommen und bis in den Tod gegangen. Wir dürfen es leben jeden Tag, hier und heute und erst recht bei ihm in der Ewigkeit.

Ihre Pfarrerrin
Madlene Maciejczyk