Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen

Facetten des Respekts

ein ökumenischer Gottesdienst im November 2025

Ende November lud der Ökumenekreis zum Stationenweg mit dem Thema „Facetten des Respekts“ in die Dionysiuskirche ein.
„Was bedeutet für mich Respekt?“ Mit dieser Frage stimmten sich die Teilnehmer zunächst aus ihrer eigenen Perspektive auf das Thema ein.
Anhand verschiedener Bibelstellen wurde an der ersten der fünf Stationen erläutert, was der Respekt vor Gott für uns bedeuten kann. Im mitmenschlichen Miteinander sind wir aufgefordert, den anderen nicht festzulegen, sondern offen zu sein dafür, dass sich das Bild fortlaufend verändert und lebendig erweitern kann. In einem Gespräch zwischen Mose und Gott, am Rand der Wüste im Dornbusch, fordert Gott auf, sich kein Bild von ihm zu machen. Wir sollen ihn nicht reduzieren auf ein Bild, sondern uns stets überraschen lassen von seiner Liebe, seinem Wirken in uns. Das Bild, das Gott von sich selbst gibt, sind wir Menschen, denn Gott erschuf den Menschen nach seinem Bild. Unser Auftrag gegenüber Gott, den Mitmen­schen, der Welt ist es, uns offen und würdevoll zu verhalten. Anhaltspunkte, was Gott mit Respekt meint, zeigt er eindrucksvoll im Wirken von Jesus von Nazareth.
Den Respekt vor den Mitmenschen thematisierte eine weitere Station. „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ Voraussetzung für diese Liebe zum Nächsten ist die Selbstachtung. Respektiere und erkenne ich meinen eigenen Wert und kann ich diese Hal­tung gegenüber dem Nächsten zeigen, dann erlebe ich eine gleichwertige, mitmenschliche Beziehung. Nur mit Selbstachtung und Nächstenliebe kann Gemeinschaft und auch Freundschaft entstehen.
Eine weitere Facette des Respekts machte deutlich, wie wichtig echtes Zuhören für gelingende Beziehungen ist. In zwei kurzen Dialogen wurde erfahrbar, wie verletzend es sein kann, wenn Worte überhört oder abgetan werden, und wie wohltuend es ist, wenn jemand auf­merksam und ohne Ablen­kung zuhört. Die Gegenüber­stellung von Nicht-Zuhören und bewusstem Zuhören lud die Besuche­rinnen und Besucher zur persönlichen Reflexion ein.
Was bedeutet Respekt gegenüber der Natur? Gehen wir respektvoll mit unseren Mit­geschöpfen um – oder missbrauchen wir sie? Biene und Legehenne erzählten, was sie leisten und welche Probleme der Mensch ihnen bereitet. Auch der Regenwurm und die Brennnessel forderten Respekt für ihre Leistung. Und die Feuerkoralle würde gerne auf unsere Bewunderung verzich­ten, wenn wir dafür die Klima­erwär­mung stoppen würden.
„Respekt schenkt jedem Leben Würde.“ Aktiv wurden die Teilnehmer an der Station Zitate zum Respekt. In Klein­gruppen setzen sie die Aussagen kluger Menschen aus Puzzleteilen zu­sam­­men und tauschten ihre Gedanken zum jewei­ligen Sprichwort miteinander aus.
Zum Abschluss dieses Abends kamen die 24 Teilnehmenden zum gemein­sa­men Gebet und Gespräch bei Mineral­wasser und Wein in der Taufkapelle zusammen.
Theo Breul, Irene Glaschick, Marietta Kunze, Katrin Spehr, Stefan Striegl und Kea de Witt hatten den Abend vorbe­reitet. Mit Instrumentalmusik und Lei­tung des Gemeindegesangs bereicherten Hiltrud Petzke und Michael Kleine den Gottesdienst.