Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

Interview mit unserem Organisten Matthias Schulze nach seinem Konzert am 04. Juni 2016

Barbara Hansmeier: Lieber Matthias, am 4. Juni durften wir bei einem Konzert in unserer Kirche wieder einmal deine Virtuosität an der Orgel bewundern. Es erklangen Werke von Bach, Bau­mann und Guilmant. Nach welchen Gesichts­punkten hast du diese Stücke ausgewählt?
Matthias Schulze: Ich möchte ja Kirchenmusik studieren, und diese Stücke habe ich als Vorbereitung für meine Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik in Detmold erarbeitet. Die Vorgabe für die Prüflinge war, ein großes Werk von Bach und fünf Choralbearbeitungen aus Bachs Orgelbüchlein, dazu ein Werk aus der Romantik (Guilmant) und ein modernes Stück (Baumann) zu spielen. Dazu kamen eine vorbereitete und eine spontane Improvisation als Choralvorspiel. Und so bot es sich halt an, diese Werke auch in einem Konzert hier in der Kirche darzubieten. Die Prüfung habe ich bestanden, so dass es dann am 1. Oktober mit dem Studium in Detmold losgehen kann.
B.H.: Dazu unseren herzlichen Glückwunsch! Erzähl uns aber noch ein wenig von deinem musikalischen Werdegang.
M.S.: Gerne. Mit 11 Jahren habe ich angefangen, Fagottunterricht zu nehmen. Das hat sich ganz witzig ergeben. Ich war mit meinen Eltern zu einem Tag der offenen Tür in der Städtischen Musikschule Paderborn. Dort faszinierten mich sofort die Hörner und das Fagott. Und weil der Fagottlehrer so nett war, habe ich mich für das Fagott entschieden und lange Jahre bei ihm Unterricht gehabt, der mir immer viel Spaß gemacht hat. Dann wollte ich Orchestermusiker werden und habe auch eine Zeitlang im Paderborner Hochschulorchester gespielt. Doch schnell merkte ich, dass ich selber kreativ Musik gestalten und interpretieren wollte ohne Vorgaben eines Dirigenten. So entstand der Wunsch, Kirchenmusiker mit Hauptinstrument Orgel zu werden. Das Studium beinhaltet außerdem noch Chorleitung und Dirigat, ist also recht vielseitig. Als mein Vater hier in der Gemeinde die Organisten- und Chorleiter­stelle übernahm, habe ich bald darauf den D-Schein für Orgel gemacht. Deshalb konnten wir uns die Stelle in Elsen teilen. Ich erinnere mich noch gut, dass wir viele Gottesdienste lang immer abwechselnd an der Orgel saßen. Das hat bestimmt in der Gemeinde für etwas Unruhe gesorgt?
B.H.: Das war sicher etwas ungewöhnlich, aber ich glaube, alle haben sich über den jungen Mann gefreut, der mit so viel Begeisterung bei der Sache war und in so kurzer Zeit Fortschritte machte. Aber sag uns, hast du neben der Musik noch andere Interessen?
M.S.: Oh ja, ich treibe leidenschaftlich gerne Sport. Letztens bin ich in der Halle geklettert, und da habe ich mir solche Blasen an den Händen zugezogen, dass mir das Orgelspiel am Sonntag darauf doch recht schwer gefallen ist! Ich reise auch sehr gerne. Bald werde ich für vier Wochen nach Indien fahren und mit einer Freundin, die dort lebt, das Land etwas erkunden. Außerdem fahre ich leidenschaftlich gerne Fahrrad. Im letzten Sommer habe ich ganz alleine – die Freunde waren alle abge­sprungen – zweimal die Alpen überquert. Das waren 1200 km! Gott sei Dank hat alles gut geklappt ohne eine einzige Panne, denn ehrlich gesagt, Flickzeug hatte ich nicht dabei…
B.H.: Alle Achtung! Diese Unbekümmertheit lässt später, glaube ich, irgendwann nach.   Du wohnst ja mittlerweile schon in Detmold. Bleibst du uns denn auch weiterhin erhalten?
M.S.: Klar, so lange wie es eben geht. Ich fühle mich hier so wohl und bin wirklich sehr dankbar, dass ich meine ersten „Gehversuche“ an der Orgel in dieser Gemeinde machen durfte. Daran werde ich mich immer gerne erinnern!
B.H.: Lieber Matthias, ich spreche wohl für alle Gottesdienstbesucher, wenn ich sage, dass du uns immer wieder mit deinem Orgelspiel große Freude bereitest. Um eine Anstellung als Kirchenmusiker brauchst du dir sicher keine Sorgen zu machen. Für die Zukunft wünschen wir dir alles erdenklich Gute und Gottes Segen!

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