Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Elsen

Orte der Sehnsucht

Wasser, Sand, Meeresbrise, die Weite des Ozeans… ein Ort der Sehnsucht. Diese Gedanken kommen mir in den Sinn, wenn ich das Bild auf der Vorderseite des Gemeindebriefs betrachte.


Liebe Schwestern und Brüder,

der Sommer neigt sich dem Ende zu. Viele und auch ich waren in diesem Jahr nicht im Urlaub und am Meer. Das geht nicht spurlos an uns vorüber, die Sehnsucht danach bleibt, sie ist vielleicht größer denn je.
Haben sie auch solche Orte der Sehnsucht? Orte, die Sie gern besucht hätten? Orte, die Ihnen so sehr im Gedächtnis sind, dass Sie in Gedanken an diesen Orten weilen können? Für mich ist es die Algarveküste in Portugal, wo ich bisher fast jedes Jahr war. Das Rauschen der Wellen, der Lärm der Möwen, die salzige Luft auf den Lippen … das ist für mich Urlaub und Erholung, das ist Entspannung und Sorglosigkeit. Vielleicht sind es für Sie auch die Berge oder Seen, oder das weite flache Land, die für Sie eine solche Bedeutung haben. Oder vielleicht sind es keine Orte, sondern Menschen, die wir vermisst haben und vermissen, weil wir sie nicht besuchen konnten, oder die Kirche und unsere Glaubensgeschwister, mit denen wir Gottesdienst feiern und ein Pläus­chchen vor der Kirche halten.
Sehnsucht, die haben wir alle dieses Jahr ganz besonders zu spüren bekom­men. Im Refrain eines bekannten Liedes singen wir „Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.“
Ich glaube, alle Sehnsucht, die wir haben und empfinden, nach Orten, nach Menschen, nach Gott, haben eines gemeinsam: Es ist die Sehnsucht nach Geborgenheit und – wie es das Lied beschreibt – nach Glück und Liebe, nach einem Leben ohne Sorgen und Ängste.
Im Buch des Propheten Jesaja heißt es: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ (Jes 41,10)  Auch wenn wir die Sehnsucht, den Durst nach einem sorgenfreien Leben, nach Entspannung derzeit nicht so stillen können, wie wir es gerne würden, so wünsche ich Ihnen allen Zuversicht für die nächsten Monate diesen im wahrsten Sinne des Wortes „merk-würdigen“ Jahres, die nötige Fantasie, wenigstens in Gedanken die Orte Ihrer Sehnsucht zu besuchen und die Gewissheit, dass Gott mit uns geht und wir bei ihm geborgen sind.

Gott befohlen
Pfr. Dominic Faisca Martins