Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

m 04.12. ist Barbaratag. Die Heilige Barbara lebte Ende des 3. Jahr­hunderts in Niko­media. Wenn man sich über den Ort informiert, findet man darüber heraus, dass genau zu Barbaras Lebenszeit genau dort die stärksten Christen­verfolgungen stattgefunden haben, die im Römischen Reich jemals durch­geführt wurden. Staatlich unterstützt, mit der vollen Härte der Institutionen.
Ein schwieriges Pflaster für eine junge Dame, die sich taufen lassen will. Barbara ging in eine Hinterhof­gemeinde und lernte dort den christlichen Glauben kennen. Sie lauschte den Predigten und ließ sich schlussendlich taufen. Das bekam ihr Vater mit. Und er verriet sie an die offiziellen Stellen.
Als die Soldaten sie holten und davonschleppten – so die Legende – blieb ihr Gewand an einem Ast hängen und riss diesen ab. Barbara stellte diesen Ast im Gefängnis in ein Wasserglas und pflegte ihn. Er begann genau zu dem Zeitpunkt zu blühen, als der Henker die Axt schwang, um Barbara zu enthaupten. Sie starb, der Ast lebte.

Es ist Sitte, dass Menschen am Barbaratag nach draußen gehen und sich Äste ins Haus holen, um diese ebenfalls ins Wasser zu stellen. Sie treiben daraufhin Knospen und blühen auf. Sorgen auf diese Weise für Leben, während draußen der Winter Einzug hält.
Die Symbolkraft dieser Handlung ist mächtig: Da entsteht Leben! Leben, mit dem man beim Anblick eines bloßen Astes ja zunächst gar nicht rechnen würde. Leben, wenn die Situation um uns vom Tod kündet. Barbara wird hingerichtet. Und draußen erstirbt die Welt, beginnt der Winter, der der Natur jedes Jahr auf´s Neue viel abverlangt.
Leben gegen jeden Anschein. Trotzdem Leben! Das ist ja regelrecht ein Slogan für Gottes Handeln an uns und der Welt. Trotzdem Leben, was auch immer geschieht, wie aussichts­los, lebensfeindlich sich die Welt präsentiert: Gott stellt sich auf die Seite des Lebens, wird das Leben stärken. Und es am Ende durchsetzen.
Der Barbarastrauch ist ein starkes Symbol für die Macht und den Willen Gottes.
Ich wünsche Ihnen viel Freude daran!

Ihr Pfarrer Felix Klemme