Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe

Mt 10,7 (Monatsspruch August)

Mitten in Delbrück – in der Nähe der Stadthalle – gibt es eine Straße, die „Am Himmelreich“ heißt. Die Vor­stellung ist schön, dass ich dem Himmelreich einmal einen Besuch abstatten könnte. Ich trete einfach in das Licht, und plötzlich bin ich dort. Einfach mal zu Besuch.
Was würde ich dort sehen? Wie wäre das Leben dort im Himmelreich? An diesem Ort, der die Erfüllung aller unserer Hoffnungen darstellt. An dem alle Unzulänglichkeiten unserer klei­nen Leben hinter uns liegen. An dem nur noch das wahre Leben in Fülle regiert. Was würde ich dort erleben?
Bestimmt nur Gutes. Aber was ich konkret dort tun würde, kann ich ja von hier aus gar nicht sagen. Denn wie soll ich mir das Unvorstellbare vorstellen? Einen Ort, an dem die Hoffnungen einer ganzen Welt ihre Erfüllung finden. Vielleicht sind alle Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Ewigkeit bedeutet ja, dass eben keine Zeit mehr fließt. Wie kann ich mir das vorstellen?
Aber Menschen haben ja unter­schiedliche Bedürfnisse, die schwer miteinander zu vereinbaren sind. Diese Bedürfnisse führen zu verschie­denen Wünschen und Anforderungen an das Himmelreich. An diesen Ort der Ruhe, der fröhlichen Betriebsamkeit, der Gemeinschaft und der wohltuenden Einsamkeit zugleich. An diesen Ort der Entspannung und der rockigen Musik.
Ich glaube, dass es unmöglich ist, sich ganz konkret vorzustellen, wie es im Himmelreich aussehen wird. Aber Eines ist absolut sicher: Der Herr dieses Ortes – Gott – hat uns bereits Bilder geschickt, die uns Einblicke geben. Die uns einen Vorgeschmack vom Himmelreich geben. So, dass wir ein bisschen was davon ver­stehen. Gleichnisse, Weisungen und Wundererzählungen weisen auf das Himmelreich hin, und machen uns ein kleines Stück von diesem unbegreif­lichen Ort verständlich. Sie überset­zen es in unsere Sprache, könnte man sagen. Ein Stück des Unverstehbaren, in unsere Welt hineingebracht. Je eine kleine Einsicht, wie durch ein Fenster.
Bestimmt kann man davon auch in Delbrück etwas sehen, wenn man sich in die Straße „Am Himmelreich“ setzt. Eine Familie, die enstpannt ein Eis isst. Einen begeisterten Straßen­musiker, der für seine Klänge lebt und in ihnen aufgeht. Oder einen Pfarrer, der dort auf Besuch im Himmelreich in der Sonne sitzt und lächelnd über das nachdenkt, was uns Gott bereits an kleinen Fenstern zum Himmel geöffnet hat.

                                               Ihr Pfarrer Felix Klemme