Evang.-Luth. Kirchengemeinde Elsen

Ein Chorkonzert der besonderen Art

Staunen, Verwunderung, Faszination, zustimmendes Nicken, ungeteilte Aufmerksamkeit, auch mal ein Lachen und zum Schluss stehende Ovationen – so lässt sich die Reaktion des Publikums beschreiben, das sich am Samstag vor dem dritten Advent zum Chorkonzert in der Erlöserkirche zu Elsen eingefunden hatte.
Das letzte Konzert im Jubiläumsjahr der Reformation im Kirchenkreis hat sicherlich die Erwartung geschürt, dass altbekannte Lutherlieder und Bachchoräle zu Gehör gebracht werden. Doch weit gefehlt! Chorleiter Thomas Schulze-Athens hat den Chor eine Zeitreise von der Gregorianik des 7. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Zeit der Pop-Opern und Pop-Oratorien vorstellen lassen.

Die Abwechslung des Vortrags von ein- und mehrstimmigen A cappella-Stücken bis hin zu modernem Liedgut mit Unterstützung von E-Gitarre und Schlagzeug ließ keine Langeweile aufkommen. Und natürlich fand auch eine Bachinterpretation für Orgel von Luthers Lied „Nun komm, der Heiden Heiland“ ihren Platz.

Damit das Publikum diese Vielschichtigkeit des Arrangements besser verstehen konnte, kam Martin Luther höchstpersönlich zu Wort: Sebastian Schulze, ehemaliges Chormitglied, übernahm die Rolle Martin Luthers und erläuterte in Textbeiträgen zwischen den Stücken die Gedanken des Reformators, sein Gottesbild sowie seinen Weg, dem Volk die Bibel, den Glauben und den Gottesdienst in seiner Sprache näher zu bringen. Viele Zusammenhänge wurden auf diese Weise erlebbar, spürbar; Reformation wurde erfahrbar.
So werden die meisten Konzertbesucher nicht gewusst haben, dass auch in der Zeit der Hippies und im neuen Jahrtausend die Bibel in der Musik eine Rolle spielt. Besonders eindrucksvoll ist dies in dem Hit der 70er Jahre „Bridge over troubled water“ von Simon & Garfunkel zu spüren, ebenso in Stücken aus Andrew Lloyd Webbers Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ und in Peter Falks Oratorien „Die 10 Gebote“ und „Luther“.

Der Glaube an Gott, Hoffnung und Zuversicht im Glauben – diese Haltung und Hoffnung ist aktueller denn je. Gut, dass die Musik seit Luther immer wieder einen Weg gefunden hat, den Glauben ins Volk zu  tragen und gut, dass wir heute Gottes Liebe in vielen Sprachen hören und erleben dürfen.
Die Besucher zeigten mit ihrem Applaus ganz deutlich, dass dieses so andere Konzert sie berührt hat und die musikalische Zeitreise erfolgreich war.
Ein herzlicher Dank gilt unserem Kirchenmusiker Thomas Schulze-Athens für seinen Einfallsreichtum (sowohl bei der Musikauswahl als auch als Autor der Textbeiträge), dem Kirchenchor für sein breit gefächertes Können, dem authentischen Vortrag des Martin Luther in Person von Sebastian Schulze,  den Musikern Antje Wenzel (E-Gitarre), Heinrich Loer (E-Bass), Marius Schneider (Drums) sowie Moritz Reuter (Klavier und Orgel) für die musikalische Begleitung.